BOGENBAUER Gerhard Wiedemann

Gerhard Wiedemann ist der Spezialist für den Bau von traditionellen Holzbögen in Berlin. Zum Holzbogenbau kam er im Jahr 2003 während seiner Ausbildung zum Arbeitstherapeuten. 

Das Gestalten und der Bau von Holzbögen stehen für ihn in einer engen Verbindung mit der japanischen Zen-Tradition. Inspiriert durch dessen "Einfachheit" und Ästhetik, reduziert er das Design seiner Bögen auf das Essentielle und wandelt sein Gefühl für Zen in fassbare Formen. 

Jeder von Gerhard Wiedemann gebaute Bogen ist ein individuell angefertigtes Einzelstück, deshalb steht für ihn  zu Beginn der Dialog mit dem Kunden im Mittelpunkt.

So baut Gerhard Wiedemann  für jeden den perfekten Bogen.

FAQS

Wie lange dauert der Bau meines Bogens?
Der Bau eines Bogens dauert je nach Modell zwischen zwei Wochen und einem Monat.

Wo wird mein Bogen gebaut?
In meiner Bogenwerkstatt im Herzen Berlins.

Wer baut meinen Bogen?
Jeder original Wiedemann Holzbogen wird von mir persönlich hergestellt.

Wie hoch ist die Lebensdauer meines Bogens?
Deinen Wiedemann Holzbogen habe ich so gebaut, dass er sehr robust ist und großen Belastungen standhält. Natürlich ist er nicht unzerstörbar. In der Regel hält Dein Holzbogen bei durchschnittlicher Benutzung (ein- bis zweimal für vier Stunden in der Woche) 10  Jahre. Dies bedeutet nicht, dass der Bogen dann brechen wird, sonder dass seine Leistung bzw. die Pfeilgeschwindigkeit „seine Spritzigkeit“ nach lässt.  Wichtig ist natürlich das Du Deinen Bogen immer abspannst, pflegst und bei Temperaturschwankungen (warme Wohnung - kalter Schießplatz) langsam an die Außentemperatur anpassen lässt (siehe Gebrauchsanleitung unter AGB´s) . Sollte dennoch einmal etwas passieren nimm gerne  jeder zeit mit mir Kontakt auf. Wir finden eine Lösung!

Wie ermittle ich die Auszugslänge (mit einem Bogen)
Um die genaue Auszugslänge zu ermitteln, solltest Du einen Bogen mit einem Messpfeil bis zu deinem gewohnten Ankerpunkt (Punkt am Gesicht, bis zu dem Du den Bogen spannst) ziehen, während eine zweite Person die Auszugslänge am Messpfeil ab liest. Du kannst auch, wenn du einen Bogen und Pfeile hast, deinen Bogen mit Pfeil spannen und eine zweite Person markiert am Pfeil die Auszugslänge (beim gewohntem Ankerpunkt). Dann misst du mit einem Zollstock von der Nocke des Pfeiles bis zur Markierung und gibst mir die cm Angabe.

Wie ermittle ich die Auszugslänge (ohne Bogen)
Strecke Deine Arme nach vorne und falte beide Hände zusammen. Eine zweite Person misst jetzt den Abstand von Kehlkopfgrube bis zu den Fingerspitzen (der Mittelfinger). Die gemessene Länge bezieht sich auf den Ankerpunkt am Mundwickel.

Was für Pfeile benötige ich für meinen Bogen?
Du kannst mit Angabe Deiner Auszugslänge und  Auszugskraft des Bogens bei einem Händler deiner Wahl die Pfeile deiner Wahl (Holz, Carbon) bestellen. Gerne liefere ich Dir einfache Kiefernholzpfeile passend zum Bogen mit.

Behandlungshinweise

Bogen vorbereiten und aufspannen

  1. Achte bei großen Temperaturunterschieden darauf (Wohnung +20 Grad, Schießplatz -10 Grad, dass Du den Bogen ca. 15 min an die Temperatur gewöhnst, bevor du ihn aufspannst. Setze Deinen Bogen nicht maximalen Temperaturen von über 60 Grad aus, z.B. auf oder im Auto bei direkter Sonneneinstrahlung. Spanne und schieße den Bogen nicht bei Temperaturen unter -15 Grad.
  2. Beim Aufspannen des Bogens achte darauf, dass nur die Wurfarmenden in Zugrichtung und nur der Griff in Druckrichtung belastet werden, wie die physikalische Belastung des Bogens beim Schießen. Es darf zu keinem Druck- und zu keinen Belastungen in den Wurfarmen und zu keiner Verdrehung der Wurfarme kommen. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Ich empfehle das Aufspannen mit der mitgelieferten Spannschnur (siehe Video: Das Aufspannen eines Bogens).
  3. Achte auf die im Datenblatt angegebene Standhöhe (Maß zwischen Griff und Sehne) der Sehne.

Wie wird die Sehne richtig auf den Holzbogen gespannt? Gerhard Weidemann erklärt zwei unterschiedliche Methoden und gibt nützliche Tipps.

 

Die Sehne

  1. Überprüfe nach dem Aufspannen, ob die Sehne sauber in der Nocke verläuft. Achte beim Recurvebogen darauf, dass die Sehne sauber über die Mitte des Recurves läuft.
  2. Kontrolliere die Sehne auf Beschädigung (Sehnenbruch heißt Bogenbruch).
  3. Verwende den Bogen nur mit der mitgelieferten Sehne.

Spannen und Schießen

  1. „Mache den Bogen warm“. Dein Bogen besteht aus organischem Material. Mann könnte sagen, wenn der Bogen entspannt lagert, vergisst das Holz, dass es ein Bogen ist (wie eine Geige nicht klingt, wenn Sie lange nicht gespielt wurde). Du erinnerst das Holz daran, indem du den Bogen nach dem Aufspannen ca. 10x halb ausziehst. Danach kannst du den Bogen bis zu Deinem Ankerpunkt spannen.
  2. Leerschuss. Löse Deinen gespannten Bogen niemals ohne Pfeil. Bei einem Leerschuss kommt es zur Beschädigung des Bogens, da die aufgebaute Energie im Bogen wieder vom Bogen aufgenommen wird. Der Bogen möchte die Energie an den Pfeil abgeben.
  3. Schieße nur mit einem zu Deinem Bogen passenden Pfeilgewicht (beachte dazu die Angaben auf dem mitgeliefertem Datenblatt).
  4. Dein Bogen ist auf Deine Angabe Deiner Auszuglänge gebaut. Daher benutze ihn nur mit Pfeilen mit Deiner Auszugslänge. Dies verhindert das Überziehen, vor allem wenn du mal jemand anderen damit schießen lässt.

Lagerung und Pflege

  1. Entspanne Deinen Bogen nach Beendigung des Trainings. Lagere ihn horizontal an einem luftneutralen Ort (möglichst wenig Temperaturschwankungen, nicht zu trocken z.B. Heizungsraum und nicht zu feucht z.B. Berliner Altbaukeller). Flur, unbeheiztes Schlafzimmer und trockene Kellerräume können geeignete Lagerräume sein.
  2. Der Bogen freut sich über eine kleine Pflege mit Hartöl, wenn er regelmäßig genutzt wird -vergleichbar mit einem Lederwanderschuh. Trage mit einem Lappen eine dünne Schicht des mitgelieferten Hartöls auf und entferne das überschüssige Öl nach 20 min (Achtung: ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden. Lass den Lappen im Freien offen liegen, damit er austrocknen kann.)
  3. Du kannst den Bogen auch im Regen schießen. Trockne den Bogen danach mit einem Tuch ab und lasse ihn offen an einem trockenen Ort gänzlich abtrocknen. Sollten Wasserflecken auf dem Wachs des Bogens zurückbleiben, kannst du den Bogen mit einem Baumwolltuch an einem warmen Ort kräftig abreiben (polieren) und am besten danach dünn einölen.